Jahresabrechnung verstehen: Abschlag, Nachzahlung, Guthaben
Die Jahresabrechnung ist lang und voller Fachwörter. Für einen Vergleich brauchst du aber nur wenige Angaben daraus. Hier erklären wir, wie sie aufgebaut ist und woran du erkennst, ob etwas nicht stimmt.
Wie eine Abrechnung aufgebaut ist
Die meisten Abrechnungen folgen demselben Muster. Oben stehen Kundennummer, Zeitraum und Anschrift der Lieferstelle. Danach kommen Zählerstände und Verbrauch, die Preise, die Summe aller Kosten und der Vergleich mit deinen Abschlägen. Am Ende steht, ob du nachzahlen musst oder ein Guthaben bekommst, und wie hoch dein neuer Abschlag ist.
Die Angaben, die zählen
Für einen Tarifvergleich brauchen wir vor allem diese Angaben. Sie stehen alle auf der Abrechnung:
- Anbieter und Kundennummer
- Zählernummer und, wenn vorhanden, die Marktlokations-ID
- Abrechnungszeitraum und Verbrauch in kWh
- Arbeitspreis in Cent je kWh und Grundpreis im Jahr oder Monat
- Abschlag und Rechnungsbetrag
- Name und Lieferadresse
Arbeitspreis und Grundpreis
Der Arbeitspreis gilt für jede verbrauchte Kilowattstunde. Der Grundpreis ist eine feste Gebühr, die du auch bei geringem Verbrauch zahlst. Prüfe, ob die Preise brutto, also mit Umsatzsteuer, oder netto angegeben sind. Wurde der Preis im Abrechnungszeitraum geändert, stehen oft zwei Zeilen mit unterschiedlichen Zeiträumen auf der Rechnung.
Abschlag, Nachzahlung, Guthaben
Der Abschlag ist eine monatliche Vorauszahlung, geschätzt nach deinem bisherigen Verbrauch. Einmal im Jahr wird abgerechnet, was du wirklich verbraucht hast. Ein Beispiel: Du zahlst 12 Monate lang 80 Euro Abschlag, das sind 960 Euro. Die Abrechnung beträgt 1.120 Euro. Dann musst du 160 Euro nachzahlen, und dein Abschlag wird neu berechnet.
Hast du zu viel gezahlt, bekommst du ein Guthaben. Es wird dir erstattet oder mit dem nächsten Abschlag verrechnet. Senk den Abschlag nicht auf Verdacht stark ab, sonst steht im nächsten Jahr wieder eine Nachzahlung an.
Warum eine Nachzahlung entstehen kann
Meist liegt es an einem von drei Dingen: Du hast mehr verbraucht als geschätzt, der Preis ist gestiegen oder der Abschlag war von Anfang an zu niedrig. Bei einer Preiserhöhung kann sich ein Wechsel lohnen, siehe Sonderkündigung bei Preiserhöhung.
Zwischen- und Schlussrechnung
Bei einem Wechsel oder Auszug bekommst du eine Schlussrechnung. Sie rechnet bis zum Stichtag ab, auf Basis der Zählerstände an diesem Tag. Deshalb lohnt das Foto vom Zähler am Wechseltag: Damit kannst du die Zahlen prüfen. Wurde während des Jahres der Preis geändert, kann es auch eine Zwischenabrechnung geben.
Was du prüfen kannst
- Stimmen die Zählerstände mit deiner eigenen Ablesung überein?
- Ist der Zeitraum ungefähr ein Jahr lang?
- Steht dort „abgelesen“ oder „geschätzt“?
- Ist der Verbrauch plausibel im Vergleich zum Vorjahr?
- Passen die Preise zu deinem Tarif?
Wenn die Rechnung nicht stimmt
Zeigt die Abrechnung falsche Zählerstände oder einen unplausiblen Verbrauch, widersprich schriftlich bei deinem Anbieter und leg dein Foto vom Zähler bei. Kommst du so nicht weiter, kannst du dich an die Schlichtungsstelle Energie wenden, www.schlichtungsstelle-energie.de.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Abschlag und Jahresabrechnung?
Der Abschlag ist eine monatliche Vorauszahlung, geschätzt nach deinem bisherigen Verbrauch. Einmal im Jahr wird abgerechnet, was du wirklich verbraucht hast. Daraus ergibt sich eine Nachzahlung oder ein Guthaben, und der Abschlag wird neu berechnet.
Warum bekomme ich eine Nachzahlung?
Meist, weil du mehr verbraucht hast als geschätzt, der Preis gestiegen ist oder der Abschlag zu niedrig angesetzt war. Prüf die Zählerstände und lass den Abschlag anpassen. Bei einer Preiserhöhung lohnt sich ein Vergleich.
So geht es weiter
Lad deine Abrechnung als Foto oder PDF hoch. Die Angaben, die wir für den Vergleich brauchen, lesen wir für dich aus.
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Aktualisiert am 16. Oktober 2026. Allgemeine Informationen, keine Rechtsberatung. Wir vermitteln Verträge über Partner-Versorger und bekommen dafür eine Provision vom Versorger. Auf den Tarifpreis schlagen wir nichts auf.